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„Know now there is no time
Space between the well and unknowing
Our story starts there
Well into our future, yet far beyond our past
In a romance between a pair of unheavenly creatures“
Coheed and Cambria – Prologue

Es ist irgendwas an der Stimme, das mir Gänsehaut verpasst. Diese Art von Gänsehaut, die ich bekomme, wenn ich mich voll und ganz in Musik verliere.

Coheed and Cambrias neues Album Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures beginnt mit einer simplen Klaviermelodie, und in einer Art und Weise, wie es nur Musik kann, besänftigt es mich. Sie gibt mir das Gefühl, lediglich ein Besucher in dieser Welt zu sein, jemand, der gerade nur kurz vorbeigeht. Und ich mag dieses Gefühl!
Vielleicht, weil ich schon immer damit gekämpft habe, und vermutlich immer damit kämpfen werde, meinen Platz zu finden.
Vielleicht, weil es mir das Gefühl gibt, am Ende doch nicht allein zu sein.

In den vergangenen paar Jahren musste ich feststellen, dass es durchaus kompliziert ist, anderen zu erklären, was in meinem Kopf vorgeht, wenn sie noch nie ähnliche Gedanken gehabt haben. Und zum ersten Mal seit einer Ewigkeit rede ich nicht davon, wie es ist mit Depression zu leben. Ich rede davon, wie es sich anfühlt, nicht hierher zu gehören, das Mensch-Seins anzuzweifeln, zu akzeptieren, dass Leben nicht für jeden bestimmt ist, und man lediglich ein Zuschauer seiner ganz persönlichen Horrorshow ist.
Wie erklärt man, dass man sich nicht mit Menschen umgeben will, weil sie einem das Gefühl geben, allein zu sein.
Wie erklärt man, dass man viel – und ich meine wirklich viel – redet, weil man nur so sein wahres Ich verstecken kann?
Wie erklärt man, dass man lieber über all die großen Gefühle – Angst, Hoffnung, Frustration, Wut, Liebe – auf rationale Art und Weise philosophiert, anstatt auf etwas zu hoffen, dass einem sowieso nicht widerfährt?

Mir wurde immer wieder gesagt, dass man in meinen Kopf auch nicht reinschauen möchte. Das ist ok, ich verstehe das. Ich würde es auch niemandem empfehlen. Was man zu sehen kriegen würde, wäre lediglich unbeschreibliche Gedanken, eine komplizierte Mentalität, Wut und Schmerz – aber auch kleine Moment der Glückseligkeit. Ich habe nur eine Handvoll von Menschen, die all das bisher erfahren haben. Und auch aus dieser Handvoll sind es vielleicht drei, die wirklich verstehen werden, worum es in diesem Text letztlich geht.

Das ist, wieso ich Musik liebe. Sie ist hier, sie ist echt, und gibt mir in dieser Welt für einen kurzen Augenblick ein wohlwollendes Gefühl. Manchmal fühlt es sich sogar so an, als hätte sie nur darauf gewartet, dass ich dieselben Gedanken und Emotionen habe, damit ich sie endlich rauslasse. Und während ich Euch empfehle, Euch dieses Album wirklich zu Gemüte zu fahren, ende ich hier mit einem weiteren Zitat:

„The weight of the world on the shoulders, can you feel the thunder?
All unheavenly creatures (Oh, oh, all the unheavenly creatures)
We’re all unheavenly creatures!“
Coheed and Cambria – Unheavenly Creatures

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