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Ich wollte immer ein Buch schreiben. Nicht, weil ich geglaubt habe, dass mein Schreibstil besser ist als der anderer Autoren, oder weil ich eines Tages berühmt sein wollte. Ich glaube, ich mochte einfach die Idee, irgendwann mein eigenes Buch zu besitzen, weil ich Bücher liebe.
Bis heute weigere ich mich vehement, die unendlichen Abenteuer der unterschiedlichen Charaktere, über die ich lese, auf elektronischen Geräten zu lesen. Ich verstehe ja, dass es durchaus praktisch sein kann – vor allem, wenn man beispielsweise nur 23 kg mit ins Flugzeug nehmen darf, und irgendwie versucht, die fünf dicken Wälzer in den Koffer zu packen, obwohl man ja eigentlich leicht packen wollte.
Dennoch, ich finde, es gibt nichts besseres als in eine kleine Buchhandlung zu gehen, ein Buch aus dem Regal zu nehmen und es wirklich zu riechen, zu fühlen.

Je älter ich wurde, desto mehr wurde mir klar, dass es eigentlich nie um das Buch selbst ging. Es ging ums Schreiben. Ich liebe es einfach, zu schreiben, und ich schreibe schon seit einer Ewigkeit. Tagebuch, Kurzgeschichten, Geschichten, die immer weitergingen, Gedichte, Texte, Auszüge.
Ich schrieb über all das, was in der Schule oder mit Freunden passierte, ich schrieb Erzählliteratur, um der Wirklichkeit zu entfliehen, und irgendwann fing ich an, darüber zu schreiben, was mir so durch den Kopf ging. Und als ich endlich in der Lage war, diese Gedanken in Worte zu fassen, war Schreiben meine Therapie.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das erste Mal realisiert habe, dass ich immer dann schreibe, wenn ich das Chaos in meinem Kopf ordnen musste. Ich wusste nur jedes mal hinterher, dass ich mich erleichtert fühlte. Denn das Schreiben wurde mein Weg mit dem, was ich heute die dunklen Tage nenne, umzugehen.

So, ja, man könnte sagen, dass die meisten meiner Texte nur existieren, weil ich meine Monster habe. Und obwohl es so anstrengend ist, mein Leben mit ihnen zu teilen, habe ich allmählich angefangen, sie von ganzen Herzen zu schätzen. Sie sind der Grund, dass ich das mache, was ich liebe. Sie sind der Grund, dass ich schreibe. Und um nichts in der Welt würde ich das aufgeben wollen!

Obwohl ich schon seit einer Weile meine Texte online teile, freue ich mich gerade wie ein Schnitzel, dass ich Euch meinen neuen Blog vorstellen darf.
Ich glaube, das liegt mitunter daran, dass ich bisher ziemlich genau darauf geachtet habe, was ich für Texte veröffentliche… nicht, weil ich zu wählerisch war, aber wie gesagt, all das Geschreibsel gibt Einblick in meine dunkelsten Tage. Und ich habe gerade erst angefangen, wirklich darüber zu sprechen.
Aber gerade weil ich das endliche tue, möchte ich es teilen – denn es ist ein Teil von mir, und ich denke, dass es sogar einer der wichtigsten und besten Teile meiner Selbst ist.

In monsterly love,
L.

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